Heimatpreis Bayern

Die Preisträger - Oberfranken

Bamberger Kurzfilmtage e.V.

Das älteste Kurzfilmfestival Bayerns findet seit 1991 jedes Jahr in Bamberg statt. Das Festival präsentiert deutschsprachige Wettbewerbsproduktionen aus Deutschland, Österreich, der Schweiz, Luxemburg und Südtirol. Symbol des Festivals und des in sieben Kategorien vergebenen Filmpreises ist der Bamberger Reiter. Mit rd. 4.000 Besuchern und der hohen Qualität der Beiträge gehören die Bamberger Kurzfilmtage inzwischen zu den großen und wichtigen deutschsprachigen Festivals. Bamberg ist so in den letzten 25 Jahren ein wichtiger Standort für den deutschen Film geworden. Die Bamberger Kurzfilmtage zählen zu den wenigen deutschen Filmfestivals, die seit ihrer Gründung fast ausschließlich ehrenamtlich organisiert werden. Bei den Bamberger Kurzfilmtagen haben berühmte Regisseure wie Tom Tykwer oder Oscarpreisträger Florian Henckel von Donnersmarck ihre ersten Kurzfilme präsentiert.

Hofer Symphoniker mit orchestereigener Musikschule

Die Hofer Symphoniker spielen musikalisch auf internationalem Niveau, sind jedoch fest in Hof und der Region Oberfranken verwurzelt. Gegründet 1945 von Musikern überwiegend aus dem Sudetenland, gehören dem Orchester heute 62 Musiker aus 19 Nationen an. Seit 2001 dirigieren wechselnde Gastdirigenten die Hofer Symphoniker. Die Hofer Symphoniker pflegen eine enge Kooperation mit dem Theater Hof und sind das einzige Orchester in Deutschland, das seit 1978 eine Musikschule betreibt. Die Musiker des Symphonieorchesters sind somit auch als Lehrkräfte der eigenen Musikschule tätig. Besonders gute Schüler haben die Möglichkeit, mit dem Orchester aufzutreten und eine Förderklasse zur Vorbereitung auf das Studium an einer Musikhochschule zu besuchen. Daneben betreiben die Hofer Symphoniker eine Suzuki-Akademie, einen Instrumentalunterricht mit spezieller Methode für Kinder ab 3 Jahren, und eine Kunstschule. Zusätzlich kooperieren sie auch mit allgemeinbildenden Schulen und Kindergärten. Auf diese Weise „geben“ die Hofer Symphoniker bereits seit über sieben Jahrzehnten in ihrer Oberfränkischen Heimat „den Ton an“: Sie sind durch die große Bandbreite musikalischer, sozialer und pädagogischer Projekte ein wichtiges kulturelles Zentrum und fest im gesellschaftlichen Leben von Stadt und Region verankert.

Luisenburg-Festspiele Wunsiedel

Die Luisenburg ist eine Hochburg des fränkischen Theaterlebens, deren Tradition weit zurück reicht. Ab 1790 wurden dort von Bürgern Wunsiedels Singspiele und Operetten aufgeführt. 1804 wurde die heutige Spielstätte geschaffen und 1805 zu Ehren der preußischen Königin Luise von Mecklenburg-Strelitz in Luisenburg benannt. In der Folgezeit fanden dort fast jährlich Sänger- und Vereinsfeste statt. Seit 1914 werden klassische Stücke mit Berufsschauspielern inszeniert. Über 7 Millionen Zuschauer haben seither die über 6500 Vorstellungen besucht. Das vielseitige Programm bietet klassisches Theater und Kindertheater ebenso wie zeitgenössische Stücke und Sonderveranstaltungen, wie Musical, Oper, Operette und Kabarett. Veranstalter der Luisenburg Festspiele ist die Stadt Wunsiedel. Der beeindruckende Naturschauplatz, die Felsenbühne mit das dahinter liegenden Felsenlabyrinth inspiriert seit Jahrhunderten Theatermacher wie Zuschauer und zieht sie in ihren Bann. Die Festspiele sind eine feste Größe in Oberfranken und Bayerns Kulturlandschaft.

Annafest Forchheim

Das Annafest vereinigt zwei Traditionslinien: Wallfahrer und Schützen. Die Wallfahrer zu der der Heiligen Mutter Anna geweihten Kapelle im nahen Weilersbach machten auf dem Rückweg Rast im Kellerwald und stärkten sich mit Bier. Der Forchheimer Schützenverein verlegte 1840 seine Schießstätte vom Schießanger an der Regnitz in den Kellerwald und veranstaltete sein Hauptschießen am Annatag. Daraus entstand das Annafest, das noch heute jedes Jahr stets um den Annatag (am 26. Juli) begangen wird. Die Felsenkeller sind das Erfolgsrezept für die fränkische Bierkultur und bilden im Eichenwald den idealen Rahmen für den Biergenuss. Beim Annafest bieten 24 Bierkeller mit rund 30.000 Sitzplätzen das spezielle Annafest(stark)bier der Forchheimer Brauereien und von Brauereien aus dem Umkreis an. Das Annafest ist ein Paradebeispiel für die große fränkische Volksfesttradition und dient der Erhaltung unserer Feierkultur im Freistaat.

Hofer Schlappentag

Der Hofer Schlappentag ist eines der ältesten Volksfeste Oberfrankens, Hofer „Nationalfeiertag“ sowie das älteste Zunft-, Bier- und Schützenfest Deutschlands. Die Privilegierte Scheiben-Schützen-Gesellschaft von 1432 Hof e. V. führt als Nachfolgerin der Hofer Schützenkompanie den Schlappentag seit über 580 Jahren durch. Der Markgraf von Brandenburg verpflichtete nach der Niederlage gegen die Hussiten im Jahr 1430 alle männlichen Einwohner zu regelmäßigen Schießübungen. Diese Übungen mussten bis zum Montag nach Trinitatis absolviert werden. Die Schützen waren von der Schießpflicht so wenig begeistert, dass sie lediglich in Arbeitskleidung und Schlappen zu der Schießübung gingen. Daher etablierte sich der Begriff „Schlappentag“ schnell. Der Schlappentag findet stets am Montag nach Trinitas, d. h. eine Woche nach Pfingstmontag, statt. Zu diesem traditionsreichen historischen Heimatfest wird eigens ein „Schlappenbier“ gebraut.

Kronacher Freischießen

Das seit 1588 von der Schützengesellschaft Kronach veranstaltete Freischießen ist das älteste und größte Volksfest im Frankenwald. Das Schützenfest ist eine Mischung aus modernem Sportschießen, Brauchtum und fröhlichem Volksfest. Die weit über die Landkreisgrenzen hinaus bekannte und beliebte Veranstaltung ist nicht nur Treffpunkt für Jung und Alt, sondern stärkt auch die Heimatverbundenheit.

Lichterprozession Pottenstein

Die Pottensteiner Lichterprozession ist die bekannteste und größte in der Region mit bis zu 2.000 Gläubigen und ca. 1.000 Feuerstellen. Die Lichterprozession am Dreikönigstag ist ein beeindruckender Ausdruck des aktiv gelebten katholischen Christentums. Die Tradition der Lichterprozession in Pottenstein zeugt von einer festen christlichen Verwurzelung und starkem Gemeinschafts- und Heimatgefühl.

Limmersdorfer Lindenkirchweih

Die seit 1729 nachgewiesene Lindenkirchweih, ein urfränkisches Kirchweihfest, ist der gesellschaftliche Höhepunkt des dörflichen Lebens. Die Limmersdorfer Lindenkirchweih ist bereits als Kulturgut im bayerischen und bundesweiten Verzeichnis des immateriellen Kulturerbes eingetragen.

Wunsiedler Brunnenfest

Seit 1833 findet das traditionsreiche Wunsiedler Brunnenfest mit über 30 geschmückten Brunnen statt. Kindergärten, Vereine und Firmen kommen in Brunnengemeinschaften zum Schmücken der Brunnen mit Blumen und Lichtern zusammen. Die Brunnengemeinschaften sind ein beeindruckender Ausdruck von generationsübergreifenden Gemeinschaftssinn, Traditionsbewusstsein und Heimatverbundenheit. Als Veranstaltungshöhepunkt ziehen bei Einbruch der Dunkelheit Musikanten und Sänger mit Festbesuchern von Brunnen zu Brunnen. Das Fest ist im bayerischen und bundesweiten Verzeichnis für das immaterielle Kulturerbe gelistet.

Bamberger Sandkerwa

Die Traditionsveranstaltung ist ein wichtiger Teil der fränkischen Kirchweihtradition mit überregionaler Bedeutung. Dieses traditionelle Bamberger Volksfest ist eine bunte Mischung aus Kirchweihfest, Straßenfest und Bierfest mit regionaler Biervielfalt und stärkt als Treffpunkt für Jung und Alt die Heimatverbundenheit. Die historische Bamberger Altstadt, seit 1993 UNESCO-Weltkulturerbe, bietet dafür einen einzigartigen Rahmen. Die Sandkerwa gilt als unverzichtbarer Pflichttermin im Bamberger Veranstaltungskalender. Daher versammelten sich auch 2017 zahlreiche Bamberger im Sandgebiet zum Feiern - ohne offizielle Sandkerwa. Damit legten die Bürger ein starkes Bekenntnis zu „ihrer“ Sandkerwa ab, so dass durch die Beteiligung der Stadt Bamberg die seit 1951 bestehende Tradition bereits 2018 wieder aufleben konnte.

Kulmbacher Bierwoche

Die gelebte Fest- und Bierkultur Oberfrankens wird auch bei der Kulmbacher Bierwoche sichtbar. Die Genussregion Oberfranken kann mit der höchsten Brauereidichte der Welt als Heimat der Biere angesehen werden. Im Herzen der Markgrafenstadt Kulmbach unterhalb der Plassenburg feiern jährlich ca. 120.000 Besucher das oberfränkische Genuss- und Heimatfest. Statt Fahrgeschäfte locken ein traditioneller Festzug der lokalen Brauereien und urfränkische Gemütlichkeit im Festzelt.

Brandenburger Kulturstadl e. V.

Der Brandenburger Kulturstadl ist ein Amateurtheaterensemble mit rund 200 aktiven Mitglieder in der Brandenburgerstraße in Bayreuth. Das Ensemble wurde 1982 gegründet und feiert heuer sein 40-jähriges Jubiläum. Das gesamte Team arbeitet ohne finanzielle Zuwendungen. Auch die aufwendige Renovierung der aktuellen Spielstätte wurde 1981-82 in tausenden Stunden Eigenleistung erbracht. Das zeugt von großem Engagement und Liebe für das Theater. Die jährlich vier bis fünf Theaterproduktionen im Bereich Komödie, Märchen, Krimi, Jugendproduktion, mit durchschnittlich 100 Vorstellungen im Jahr haben eine sehr hohe Besucherauslastung. Im Frühjahr 2017 konnte bereits die 300.000ste Besucherin begrüßt werden. Der Verein ist zudem in verschiedenen Städte- und Kulturpartnerschaften wie beispielsweise bei Gastspielen in Österreich und Frankreich involviert. Besonders hervorzuheben ist außerdem die Arbeit des Kulturstadls mit Kindern und Jugendlichen. Seit 1995 gibt es eine eigene Jugendgruppe für Kinder ab 6 Jahren und Jugendliche. Die Gruppe hat eine eigene Satzung und ein eigenständiges Vorstandsgremium. Der Brandenburger Kulturstadl ist die erste bayerische Theatergruppe, die in einen Stadtjugendring aufgenommen wurde.

Frankenwaldflößerei mit dem Floßverein Unterrodach 1864 e. V., der Flößergemeinschaft Wallenfels e. V., dem Flößerverein Neuses e. V. und der Flößervereinigung Friesen e. V.

Über acht Jahrhunderte hinweg hat die Flößerei die Kulturlandschaft des Frankenwaldes geprägt. Der Transport von Holz aus dem Frankenwald erfolgte auf dem Wasserweg bis an die Nordsee. Die letzte gewerbliche Floßfahrt fand vor über 70 Jahren statt. Vier Floßvereine sind heute Träger und Vermittler der langen Tradition der Flößerei. Sie vermitteln das historische Gewerbe und Handwerk anschaulich durch regelmäßig stattfindende Floßfahrten und Flößerfeste. Außerdem betreiben sie museale Einrichtungen wie die Frieser Flößerstuben und das Flößermuseum Unterrodach. Die Vereine beteiligen sich aktiv an der denkmalkundlichen Erfassung der historischen Kulturlandschaft. Sie tragen zum Erhalt des Wissens und Könnens hinter den Arbeitstechniken bei. Alle vier Vereine sind Mitglied in der Deutschen Flößerei-Vereinigung e. V., dem Initiator der erfolgreichen Bewerbung für die Aufnahme der Flößerei in das Bundesweite Verzeichnis des Immateriellen Kulturerbes. Über die internationale Arbeitsgruppe mit Lettland, Österreich, Polen, Spanien und Tschechien erfolgte 2021 die Einreichung des Antrags zur Aufnahme der Flößerei in die UNESCO-Liste des Immateriellen Kulturerbes. Die Entscheidung über die Aufnahme erfolgt Ende 2022.