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Dialektpreis Bayern
Unsere Auszeichnung für besondere regionale Verdienste um Dialektpflege und -forschung

Seit 2017 würdigt das Heimatministerium in der Regel einmal jährlich mit dem „Dialektpreis Bayern“ besondere regionale Verdienste im Bereich Dialektpflege und Dialektforschung. Die bisherigen Preisträgerinnen und Preisträger kommen aus den verschiedensten Bereichen, insbesondere aus Theater, Musik, Literatur, Kabarett und Wissenschaft. Sie alle leisten einen hervorragenden und beispielgebenden Beitrag zur Pflege und Stärkung der Dialekte in Bayern!

Für jeden Regierungsbezirk ist grundsätzlich jährlich eine Auszeichnung vorgesehen. Zusätzlich gibt es einen Preis für die sudetendeutsche Mundartpflege. Dotiert ist der Anerkennungspreis mit 1.000 €. Die Vorschläge für Preisträgerinnen und Preisträger werden von den Bezirksheimatpflegerinnen und Bezirksheimatpflegern und der Heimatpflegerin der Sudetendeutschen eingereicht bzw. begutachtet. Seit 2024 wird zusätzlich ein mit 1.000 € dotierter ‚Dialektpreis Jugend‘ verliehen.

Dialektpreis Bayern & Dialektpreis Jugend 2026

2026 fand die Dialektpreisverleihung am 28. Juli in der Allerheiligen-Hofkirche in München statt. Insgesamt wurden acht Preisträgerinnen und Preisträger aus den Bereichen Medien, Musik, Literatur, Theater und Dialektpflege ausgezeichnet. Zudem wurde zum dritten Mal der „Dialektpreis Jugend“ verliehen, den dieses Jahr drei Gruppen für ihren Beitrag zum Thema „Dialekt ist Heimat“ erhielten.

Dialektpreis

Unsere Preisträgerinnen und Preisträger 2026

Alpin FM
Oberbayern

Alpin FM

Medien
Dr. Sebastian Daller
Niederbayern

Dr. Sebastian Daller

Musik
Dieter Radl
Oberpfalz

Dieter Radl

Literatur, Theater
Sebastian „Wastel“ Kauz
Oberfranken

Sebastian „Wastel“ Kauz

Musik
Schwabacher Marionetten-Bühne mit dem „Meiers Gerch“
Mittelfranken

Schwabacher Marionetten-Bühne mit dem „Meiers Gerch“

Theater
Stefan Menz und Rosie Füglein
Unterfranken

Stefan Menz und Rosie Füglein

Medien
Werner Specht
Schwaben

Werner Specht

Musik
Lorenz Loserth
Sudetendeutsche

Lorenz Loserth

Dialektpflege
Arbeitsgruppe „So babbele mir“ Jugendtreff Mönchberg
Unterfranken

Arbeitsgruppe „So babbele mir“ Jugendtreff Mönchberg

Dialektpreis Jugend
Klasse 5f des König-Karlmann-Gymnasium Altötting
Oberbayern

Klasse 5f des König-Karlmann-Gymnasium Altötting

Dialektpreis Jugend
Trachtenjugend der Perlbachtaler Edenstetten
Niederbayern

Trachtenjugend der Perlbachtaler Edenstetten

Dialektpreis Jugend

Erfahren Sie mehr über die Preisträgerinnen und Preisträger 2026

Der private Radiosender aus Rosenheim sendet unter dem Slogan „echt. bairisch.“ mitten aus Oberbayern und mitten aus dem Leben. Alpin FM bringt das Lebensgefühl der Alpen ins Radio – mit Musik, Nachrichten und allem, was die Menschen in der Region bewegt. „Heimat zum Hören“ gibt es beispielsweise mit den halbstündlichen „Nachrichten auf Boarisch“, mit Gesprächen mit der „Ratschkathl“ sowie in Interviews mit Bands, Künstlern und Menschen aus der Region – selbstverständlich im Dialekt. Alpin FM zeigt, dass Dialekt absolut sendefähig ist, dank Internetradio auch weit über Bayern hinaus.

Dieter Radl aus Sulzbach-Rosenberg bringt Heimat zum Sprechen, zum Lachen und zum Singen. Der pensionierte Sonderschullehrer ist Mundartdichter, Autor, Erzähler, Theatermacher und Musiker – ein Multitalent und Reisender in Sachen Oberpfälzer Mundart. Seit Jahrzehnten begeistern seine Mundartabende unter dem Motto „Gredd wai da Schnowl gwaggsn is“ mit Anekdoten, Gedichten, Liedern oder kleinen Theaterstücken. Für Dieter Radl ist Dialekt die sprachliche Sichtbarkeit der Heimat, schon ein „daham“, „dahoim“ oder „dahoam“ kann verraten, woher jemand kommt. Er ist nicht nur Unterhalter, sondern auch genauer Beobachter und Kenner regionaler Sprachräume und holt fast vergessene Wörter und Figuren des Dialekts zurück ins Gedächtnis wie etwa Bissgurn, Springginkerl oder Husadirl.

Dieter Radl aus Sulzbach-Rosenberg bringt Heimat zum Sprechen, zum Lachen und zum Singen. Der pensionierte Sonderschullehrer ist Mundartdichter, Autor, Erzähler, Theatermacher und Musiker – ein Multitalent und Reisender in Sachen Oberpfälzer Mundart. Seit Jahrzehnten begeistern seine Mundartabende unter dem Motto „Gredd wai da Schnowl gwaggsn is“ mit Anekdoten, Gedichten, Liedern oder kleinen Theaterstücken. Für Dieter Radl ist Dialekt die sprachliche Sichtbarkeit der Heimat, schon ein „daham“, „dahoim“ oder „dahoam“ kann verraten, woher jemand kommt. Er ist nicht nur Unterhalter, sondern auch genauer Beobachter und Kenner regionaler Sprachräume und holt fast vergessene Wörter und Figuren des Dialekts zurück ins Gedächtnis wie etwa Bissgurn, Springginkerl oder Husadirl.

Die musikalischen Wurzeln des Liedermachers Sebastian Kauz aus Waischenfeld liegen in Punk, Grunge und Metal. Er spricht und singt Fränkisch aus Überzeugung und ist eine Frohnatur mit Tiefgang. Mit seiner Musik kann er Menschen erheitern, verarbeitet darin aber auch persönliche Themen, wie zum Beispiel das Leben in ländlichen Regionen wie der Fränkischen Schweiz oder seine Erfahrungen aus der Intensivpflege. Sebastian Kauz ist sozial engagiert, er setzt sich für kulturelle Vielfalt, gegen Rassismus und für junge Menschen im ländlichen Raum ein. Durch seine Musik hat er Mundart modern, kritisch und humorvoll neu belebt.

Die Schwabacher Marionettenbühne wurde 1945 von Ruth und Emil Bloss gegründet und steht seit inzwischen 80 Jahren für Phantasie und Handwerkskunst. Seit 1979 hat sie ihre feste Heimat im Alten Deutschen Gymnasium in Schwabach und seit 1996 zieht der Theaterleiter Armin Vogel „die Fäden“. Der Hausgeist „Meiers Gerch“ wacht darüber, dass niemand den Faden verliert und zeichnet sich durch seine knollige Nase, buschigen Augenbrauen, ausgelatschten Pantoffeln und seinen extrem breiten fränkischen Dialekt aus. Aus Holz, Stoff, Fäden und ganz viel Herz entsteht hier wahre Magie, die in jährlich rund 120 öffentlichen Aufführungen, sowie Sonderaufführungen für Schulen und Kitas mit theaterpädagogischer Begleitung, erlebt werden kann.

Der Kreisheimatpfleger des Landkreises Schweinfurt, Stefan Menz, hat zusammen mit der Journalistin Rosie Füglein als Regisseurin das beeindruckende Mundart-Hörspiel „Vergessene Helden der fränkischen Geschichte: Der Gärtner und Lebensmittelretter Andreas Stumpf aus Unterspiesheim – oder: Wie der Apfel in die Flasche kam“ geschaffen. Menz und Füglein recherchierten dazu das Leben von Andreas Stumpf, entwickelten das Hörspielkonzept und koordinierten die Produktion mit zahlreichen Mitwirkenden und Sprechern aus der Region. Zentrales Element ist der unterfränkische Dialekt, der den Figuren in ihrer Zeit Authentizität verleiht. 2027 wird das Hörspiel zum 100-jährigen Jubiläum der Erfindung der Haltbarmachung von Apfelsaft in Wolfratshausen, der damaligen Wirkungsstätte von Andreas Stumpf, aufgeführt.

Dem Westallgäuer Liedermacher, Multiinstrumentalist, Maler und Poeten Werner Specht aus Lindenberg im Allgäu geht es in seiner Kunst darum, den Moment, die Tiefe und die Zwischentöne zu spüren. Anfang der 1980er Jahre hat er seinen Dialekt als authentische und für ihn passende Form des künstlerischen Ausdrucks erkannt. Seitdem hat er mehrere hundert Lieder in Westallgäuer Mundart selbst komponiert und interpretiert. Sein umfangreiches Schaffen zählt unzählige musikalische Auftritte von Wirtshaus-Musik bis „Songs an einem Sommerabend“, zahlreiche Audio-CDs sowie acht Bücher.

Lorenz Justin Loserth aus München gehört zu den jungen Stimmen der sudetendeutschen Mundartpflege. Seit Jahren bereichert er die Mundartseminare als Mundartsprecher und Workshopleiter. Bei den Sudetendeutschen Tagen ist er regelmäßig mit Kurzvorträgen in der sogenannten Altvater Mundart zu erleben. Ein besonderes Projekt von Lorenz Loserth ist der 2025 erschienene „Da kleene Prinz“ in Sudetenschlesisch in 18 verschiedenen Mundarten. Dazu hat er Menschen aus Deutschland und Tschechien der Jahrgänge 1931 bis 1987 zusammengebracht. Auch das Sudetendeutsche MundartMemory trägt seine Handschrift.

Die AG „So babbele mir“ des Jugendtreffs Mönchberg zeigt mit ihrem Beitrag eindrucksvoll, dass Dialekte nicht nur regionale Identität stiften, sondern auch Geschichten erzählen und die Kraft haben, Generationen zu verbinden: Gemeinsam mit der 90-jährigen Lucia Heider, einem Mönchberger Urgestein, haben die Kinder des Jugendtreffs – im Alter von gerade einmal 10 bis 12 Jahren – Wörter, Redewendungen und Geschichten ihres Heimatortes gesammelt. Daraus entstand ein Brettspiel, das Geschichten von Lieblingsorten in Mönchberg auf Mundart erzählt. Besonders beeindruckt hat die Jury, mit welcher Hingabe und Akribie die Kinder das Brettspiel entwickelt haben: Vom Backen des für Mönchberg typischen „Roahmbloatz“-Kuchen, über die Erstellung eines Dialektvokabelhefts bis hin zum Entwerfen und 3-D-Drucken der Spielfiguren – hier wurde an alles gedacht.

Die Klasse 5f des König-Karlmann-Gymnasiums Altötting hat einen Film eingereicht, der nur wenige Minuten dauert und trotzdem lange in Erinnerung bleibt: Mit Humor erzählen die Schülerinnen und Schüler zu Beginn des selbst erstellten Films mit Selbstbewusstsein und Selbstverständlichkeit, warum sie gerne Dialekt sprechen. Dadurch wird bewusst, dass Dialekt nicht nur eine Sprachform, sondern auch ein Stück Persönlichkeit, Heimat und Identität ist. Mit der anschließenden Verfilmung des Gedichts „A Buamahosntaschn“ von Helmut Zöpfl gelingt der Klasse eine beeindruckende Verbindung von Literatur, Sprache und moderner Mediengestaltung. Das Gedicht wird lebendig und greifbar – auch für Menschen, die den Dialekt vielleicht nicht perfekt verstehen. Die Jury war sich einig: Dieser Film ist ein starkes Bekenntnis zu Dialekt und Heimat und zugleich ein Unterrichtsprojekt, das auch andere Schulklassen inspirieren kann.

Die Trachtenjugend der Perlbachtaler Edenstetten hat das diesjährige Motto „Dialekt ist Heimat“ mit einem traditionsbewussten und zugleich modernen Musikvideo eindrucksvoll aufgegriffen. Singend im Dialekt und in Tracht zeigen die Jugendlichen in ihrem Musikvideo gelebte Traditionen, Brauchtum und die Landschaft ihrer Heimat. Gleichzeitig verleiht die moderne, leichte Bildsprache dem Video eine besondere Frische und macht deutlich: Dialekt und Tradition passen in das Leben junger Menschen. Das Video ist mehr als ein Lied über Mundart: Die Jugendlichen erzählen darin auch ganz persönlich, warum ihnen ihr Dialekt wichtig ist und welche Bedeutung er für ihre ihren Alltag hat. Vom Text über Musik bis hin zur filmischen Gestaltung wurde alles von den Jugendlichen selbst entwickelt und umgesetzt, was von Kreativität, Engagement und Teamgeist zeugt. Die Trachtenjugend ist aus Sicht der Jury ein inspirierendes Beispiel dafür, wie junge Menschen Dialekt leben und pflegen und andere ermutigen können, sich mit der eigenen Sprache und Heimat auseinanderzusetzen.
Heimatminister Albert Füracker mit Trachtenjugend der Perlbachtaler Edenstetten Heimatminister Albert Füracker mit Arbeitsgruppe „So babbele mir“ Jugendtreff Mönchberg Heimatminister Albert Füracker mit der Klasse 5f des König-Karlmann-Gymnasium Altötting Heimatminister Albert Füracker mit Lorenz Loserth Heimatminister Albert Füracker mit Werner Specht Heimatminister Albert Füracker mit Stefan Menz und Rosie Füglein  Heimatminister Albert Füracker mit der Schwabacher Marionetten-Bühne mit dem „Meiers Gerch“  Heimatminister Albert Füracker mit Sebastian „Wastel“ Kauz  Heimatminister Albert Füracker mit Dieter Radl  Heimatminister Albert Füracker mit Dr. Sebastian Daller  Heimatminister Albert Füracker mit Alpin FM
Aufruf

Dialektquiz

Spielerisch Dialektvielfalt entdecken!
Jetzt mitmachen!

17.07.2025

Dialektpreis 
2025

9 mal Verleihung „Dialektpreis Bayern“ und zweite Verleihung „Dialektpreis Jugend“

23.07.2024

Dialektpreis 
2024

8 mal Verleihung „Dialektpreis Bayern“ und erstmalig Verleihung „Dialektpreis Jugend“ 

27.07.2023

Dialektpreis 
2023

Auszeichnung von 8 Preisträgerinnen und Preisträger und Verleihung eines Sonderpreises

27.07.2022

Dialektpreis 
2022

Auszeichnung von 8 Preisträgerinnen und Preisträger

21.11.2022

Dialektpreis 
2022
(Vereine)

Auszeichnung von 14 Dialektvereinen

03.09.2019

Dialektpreis 
2019

Auszeichnung von neun Preisträgerinnen
und Preisträgern